Dienstag, 25. November 2008 - 17:28 Uhr, Alter: 2 Jahr(e)
Leasing-Markt wächst 2008 um 3,3 %
Wichtige Investitionsalternative für den Mittelstand in Krisenzei-ten / Banken-Rettungsschirm muss konsequent für Mittelstands-finanzierung eingesetzt werden
Frankfurt, 25. November 2008 – Mit einem Wachstum von 3,3 % erzielt die Leasing-Branche 2008 ein Neugeschäftsvolumen von 57,1 Mrd. Eu-ro. Das Mobilien-Leasing erreicht ein Neugeschäftsvolumen von 51,5 Mrd. Euro und damit ein Plus von 3,3 %. „Angesichts der derzeitigen Lage auf dem Finanzmarkt ein recht passables, zufrieden stellendes Ergebnis“, erklärt Reinhard Gödel, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Jedoch sei die Finanzmarktkri-se inzwischen auch bei den Leasing-Gesellschaften zu spüren.
Nachdem die Branche im ersten Halbjahr des Jahres noch ein Wachstum von 9,0 % beim Mobilien-Leasing erzielte, ging das Wachstum im dritten Quartal bereits auf 3,6 % zurück. „Für das vierte Quartal erwarten wir eine weitere Abschwächung des Neugeschäfts“, so Gödel. „Der Geschäftsklima-index Leasing des ifo Institutes für Wirtschaftsforschung, der die Geschäfts-erwartungen für die nächsten Monate beschreibt, war im Oktober so negativ wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen.“
Leasing ermöglicht Investitionen auch in schwierigen Phasen
,,Leasing als Investitionsform ist wichtiger denn je, denn Leasing ist die In-vestitionsalternative für den Mittelstand“, erklärt der BDL-Präsident. Mit über 1,7 Millionen neuen Leasing-Verträgen in 2008 realisieren rund 2/3 aller Un-ternehmen in Deutschland einen großen Teil ihrer Investitionen über Leasing. Nach einer Untersuchung des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung liegt der Anteil von Leasing an den außenfinanzierten Investitionen derzeit bei rund 54 %. Mittelständischen Unternehmen ermöglicht Leasing auch angesichts der derzeitigen Krise, ihre geplanten Investitionen in Produktionsmaschinen, IT-Ausrüstung, Fahrzeugen etc. zu realisieren. „Dabei ist wichtig, dass den Leasing-Gesellschaften auch künftig ausreichend Refinanzierungsmittel zur Verfügung stehen", so Gödel. Zwar drohe der Branche aktuell noch keine Kreditklemme, aber es werde wesentlich intensiver mit den Banken gespro-chen. Außerdem sei die Refinanzierung teurer geworden und werde voraus-sichtlich durch höhere Preise an die Kunden weitergegeben werden müssen.
Verwendung der Mittel aus Banken-Rettungsschirm muss für Mit-telstandsfinanzierung eingesetzt werden
„Es kann nicht angehen, dass Landesbanken aus dem Refinanzierungsge-schäft der Leasing-Branche aussteigen und gleichzeitig den Banken-Rettungsschirm der Bundesregierung in Anspruch nehmen“, kritisiert Gödel. Schließlich sollen die Maßnahmen des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes dazu beitragen, die Finanzierung besonders von kleinen und mittleren Unter-nehmen abzusichern. Davon merke die mittelständisch geprägte Leasing-Branche mit ihrem mittelständischen Kundenstamm jedoch nicht genug. „Hier
fordern wir die Banken auf, ihre gesamtwirtschaftliche Verantwortung zu se-hen und wahrzunehmen“, erklärt Gödel.
Leasing-Objekte
Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr steigt 2008 das Immobilien-Leasing wieder um 3,3 % und erreicht aufgrund einiger Big-Ticket Geschäfte ein Neugeschäftsvolumen von 5,6 Mrd. Euro. Im Mobilien-Leasing zeigen die Sektoren Nachrichten- und Signaltechnik und sonstige Ausrüstungen (+ 8,0 %) sowie Produktionsmaschinen ein gutes Wachstum. Das Maschi-nen-Leasing steigert sich um gut 5,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Aber auch der Sektor Straßenfahrzeuge, darunter fallen Pkw und Nutzfahrzeuge, wächst um rund 5,0 %. „Angesichts der rückläufigen Kfz-Neuzulassungen ist dies ein beachtliches Ergebnis“, so Gödel. Jedoch werde sich die Restwert-Entwicklung bei hoch-motorisierten Fahrzeugen für einige Autoleasing-Gesellschaften besonders schmerzhaft in den Bilanzen niederschlagen. Ge-rade im Kfz-Markt komme es nun darauf an, dass seitens der Politik verläss-liche Rahmenbedingungen (z. B. Kfz-Steuer, Investitionsanreize) geschaffen werden, um die Zulassungszahlen schnell wieder nach oben zu bringen.
BDL
Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen ist Branchenvertreter der Leasing-Wirtschaft. Mit rund 190 Mitgliedsfirmen vertritt der Verband über 90 % des Marktvolumens. Die Struktur der Leasing-Branche ist vielschichtig. Den Markt teilen sich große, meist auch international tätige Gesellschaften und eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Leasing-Unternehmen. Der-zeit sind in Deutschland Wirtschaftsgüter im Wert von weit über 200 Mrd. Euro verleast. Leasing ist in fast allen Wirtschaftszweigen präsent. Der Kun-denkreis reicht vom Einzelhändler über den Mittelständler bis zum internatio-nalen Konzern.
Bei Rückfragen:
Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen
Heike Schur, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon 030 20633722, schur@leasingverband.de

